Was für ein Leben ...

Man glaubt es kaum, aber eine Empfehlung aus dem Podcast "Talk ohne Gast" von Moritz Neumeier (zusammen mit Till Reiners). Moritz ist der Intellektuelle, zumindest liest er hin und wieder ein Buch, und die Empfehlung hat mich umgehauen. Er hatte in der AnkÜndigung schon gemeint, dass man starke Nerven brauche, um das Buch zu lesen, und da hat er Recht behalten. Worum geht es?

Jella und Yannick sind ein junges Paar, leben in einer gemeinsamen Wohnung, lieben sich und sind in der Anfangsphase ihrer Beziehung aufmerksam zueinander. Eines Tages beginnen kleine Eifersuchtsszenen seitens Yannick die Harmonie zu stören, die immer heftiger artikuliert ausgetragen werden. Jella nimmt kein Blatt vor den Mund, ist durch ihre Art provozierend. Die verbalen Auseinandersetzungen enden stets in heftigen körperlichen Versöhnungen – Sex. Die Spirale der gegenseitigen Verletzungen schraubt sich nach oben und es kommt zu körperlicher Gewalt im häuslichen Bereich, die Jella bei der Polizei anzeigt.

Irgendwann mag man eigentlich nicht mehr weiter lesen. Aber das Buch ist geschickt aufgebaut, mit vielen Rückblenden in (vermeintlich) harmlose Tage, in denen Jella erwachsen wurde in der seltsamen Welt, in der Sexismus und Übergriffe an der Tagesordnung sind. Am Ende fragt sie sich, ob man das nicht einfach aushalten müsse, und man möchte nur noch weinen. Ich bin dankbar für die Empfehlung, und wünsche mir, dass nach dem Buch noch einiges nachkommt.