Was wäre, wenn die Nazis Computer gehabt hätten?
Der Ausgangspunkt für die Story ist simpel, aber wirklich beeindruckend: Was wäre, wenn die Nazis die Erbschaft von Lady Ada Lovelace konsequent weiter entwickelt hätten, und schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts Computer zur Verfügung gehabt hätten? Aus der Grundannahme ergeben sich eine Reihe von Konsequenzen, und es ist wohl kein Zufall, dass das Buch aktuell erscheint. Unsere Demokratie mag in Gefahr sein, und das könnte passieren.
Schön ist, wie Eschenbach für all die neuen Begriffe schöne deutsche Wörter findet. Am besten gefallen hat mir die Programmstrickerin, die ein Programm wie ein Kochrezept entwickelt. Denn IT (Programmieren) ist Frauenarbeit, und kein Mann käme auf die Idee, das selbst zu machen.
Die Programmierin Helene ist 1942 in Weimar im NSA beschäftigt, und hilft den Nazis z.B. aufgrund der nun möglichen Analysen, welcher Haushalt wie viele Kalorien braucht, versteckte Juden zu finden. Und das NSA hat noch viel mehr Ideen, und Helene ist nicht wohl dabei. Vor allem, nachdem ein Bekannter von früher bei ihr auftaucht, und zu erkennen gibt, dass er fahnenflüchtig ist. Es findet sich ein Versteck, aber wie hält man das geheim.
Absolut lesenswert, vielleicht öffnet das dem einen oder der anderen die Augen.
